Immobilienfinanzierung - Schritte zur Umsetzung

Ein eigenes Heim zu besitzen steht für viele Bundesbürger immer noch an erster Stelle der Wünsche, die im Leben realisiert werden sollen. Da es sich jedoch um eine besonders hohe Investition handelt, wollen die Folgen eines solchen Projektes gut durchdacht sein. Informiert man sich vor Abschluss einer Immobilienfinanzierung über deren verschiedene Möglichkeiten, lässt sich grundsätzlich viel Geld sparen.

Erster Schritt bei der Umsetzung aller Wünsche ist es natürlich, die geeignete Immobilie zu finden. Abgesehen vom Preis sollte sie den Bedürfnissen des Käufers hinsichtlich Lage, Größe (auch des Grundstückes) und der Raumaufteilung entsprechen. Natürlich ist es beim Kauf einer ‚gebrauchten' Immobilie nicht immer ganz einfach, das geeignete Objekt zu finden, doch Geduld zahlt sich meist aus. Hat die Suche Erfolg gehabt oder baut man ohnehin nach eigenen Vorstellungen, muss nach Bestimmung des Kapitalbedarfs die Immobilienfinanzierung in Angriff genommen werden. Sie ist der wichtigste Bestandteil des ganzen Vorhabens - aber auch ungemein vielfältig und für den Laien kaum zu durchschauen.

Im Normalfall wird der Kapitalbedarf in der Form errechnet, dass alle entstehenden Kosten für Haus, Grundstück und Baunebenkosten detailliert erfasst werden. Von der daraus resultierenden Summe rechnet man das Eigenkapital - welches etwa 20 bis 30 % der Gesamtsumme betragen sollte - ab, um den tatsächlichen Finanzierungsbedarf zu ermitteln. Dieses Fremdkapital wird fast immer über ein Hypothekendarlehen abgedeckt, wobei man den Zinssatz selten variabel, sondern über einen Zeitraum von 5 bis 15 Jahren festgelegt. Dies hat den Vorteil, dass die zu zahlenden Raten monatlich konstant in gleicher Höhe anfallen und damit dem Darlehensnehmer ein gewisses Maß an Überschaubarkeit und Sicherheit bieten. Entscheidet man sich aus Kostengründen für den um 1,5 bis 2 % günstigeren variablen Zinssatz, der sich der jeweiligen Marktsituation anpasst, sollte der Anteil desselben am Fremdkapital höchstens ein Drittel betragen. Dabei ist es wichtig, dass der so genannte Drei- oder Sechs-Monats-Euribor die Grundlage für den Zinssatz bildet. Es handelt sich beim Euribor um einen durchschnittlichen Zinssatz, zu dem sich in Europa die Banken untereinander Geld leihen und der nach Ablauf der Frist von 3 bzw. 6 Monaten neu berechnet wird. Der variable Baudarlehenszins liegt circa 1 bis 1,5 % über dem so ermittelten Referenzzins. Zusätzliche Sicherheit kann man erzielen, wenn man vorab eine Begrenzung des Zinsanstieges vereinbart, muss allerdings dafür etwas tiefer in die Tasche greifen.
Übrigens kann der variable Zinssatz mit einer Frist von 3 Monaten gekündigt werden oder es ist auch möglich, ganz nach Belieben Sondertilgungen vorzunehmen.

Eine gute Finanzierungsberatung ist wichtig und spart meistens viel Geld. Deshalb sollte man sich zuverlässige Informationen darüber besorgen, welche speziellen Fördermöglichkeiten ggf. in Anspruch genommen werden können. Beispielsweise haben einige Bundesländer eigene Förderprogramme und über die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau können günstige Kredite abgeschlossen werden. Hat sich bei den Kalkulationen für den Finanzierungsbedarf ergeben, dass das geplante Volumen die persönlichen Möglichkeiten überschreitet, können evtl. durch Veränderungen bei den Plänen hinsichtlich Ausstattung oder Kellerbau noch Einsparungen gemacht werden.

An dieser Stelle sollte auch noch auf die Möglichkeit hingewiesen werden, den benötigten Immobilienkredit als Volltilgerdarlehen abzuschließen. Dabei bleiben die Zinsen über den gesamten Finanzierungszeitraum gleich, was bei der gegenwärtig noch sehr günstigen Zinslage durchaus eine Überlegung wert ist. Allerdings sind Sondertilgungen zur Senkung der Darlehenssumme und damit Raten nicht möglich und auch bei einem vorzeitigen Verkauf entstehen Probleme.