Fremdwährungsdarlehen zur Baufinanzierung
Sucht man eine Baufinanzierung zur Realisierung seiner Wohnvorstellungen, so soll diese natürlich besonders günstig und überschaubar sein. Eine Möglichkeit, günstiges Fremdkapital zu erhalten, ist das so genannte Fremdwährungsdarlehen, wobei der Darlehensnehmer das benötigte Kapital in einer fremden Währung erhält. Im Normalfall wird es ihm von einer ausländischen Bank gewährt. Wer sich für diese Finanzierungsvariante entscheidet, versucht mögliche Kurs- und Währungschancen zu seinem Vorteil zu nutzen. Die Baufinanzierung in einer fremden Währung kann zum Beispiel darauf spekulieren, dass mittels einer günstigen, ausländischen Währung tatsächlich ein geringerer Betrag zurückzuzahlen ist, als es eine inländische Finanzierung erfordern würde. Diesen Vorteil bei der Rückzahlung des Fremdkapitals kann man immer dann ausnutzen, wenn die Kapitalkraft der eigenen Währung, also des Euros, stärker ist als die der ausländischen Währung. So kann man auch von einem Währungsvorteil profitieren, der sich daraus ergibt, dass die jeweilige Kreditrate zunächst in die fremde Währung getauscht wird, bevor man sie an die Bank zahlt.
Kritisch wird es jedoch, wenn statt des erwarteten Kursvorteils die fremde Währung im Verhältnis zum Euro im Kurs steigt oder dann, wenn die ausländischen Zinsen angehoben werden, da Zinssätze nur variabel abgeschlossen werden. Wer sich bei einer solchen Finanzierung absichern möchte, kann dies entweder per Option oder Future tun - oder aber auch einfach in ein Euribor-Darlehen wechseln. Dabei liegen die Zinsen zwar geringfügig höher, bieten aber die gewünschte Sicherheit. Führende Geldinstitute beraten ihre Kunden in dieser Hinsicht sehr ausführlich. In unserem Nachbarland Österreich ist es schon seit mehr als einem Jahrzehnt publik, dass Fremdwährungskredite eine günstige Baufinanzierung zulassen.
Doch auch andere Vorteile sind durch die Aufnahme eines Fremdwährungsdarlehens möglich. So sind die Bauzinsen zur Realisierung des Immobilienwunsches häufig viel vorteilhafter als die Zinssätze, die den Angeboten inländischer Banken zugrunde liegen. Die japanische Zentralbank vergibt beispielsweise sehr günstige Fremdwährungsdarlehen, da sie durch die Gewährung von günstigen Krediten schon seit Jahren versucht, die dortige Wirtschaft florieren zu lassen. Japanische Darlehen sind sogar zu Zinssätzen unter 2 Prozent inklusive Marge erhältlich. Die Zinsen, welche alle drei Monate zu zahlen sind, errechnen sich auf der Basis des Libor (London Interbank Offered Rate), welcher in Großbritannien am Börsentag für unterschiedliche Währungen und Laufzeiten festgelegt wird. Gute Angebote für eine Euro-Hypothek liegen bestenfalls bei 4 Prozent effektivem Zins - eigentlich keine wirkliche Alternative.
Deutsche Darlehensnehmer profitieren bei einem Fremdwährungsdarlehen nicht nur von den Kursvorteilen und den erheblich günstigeren Bauzinsen, sonder auch von den flexibleren Rückzahlungsmöglichkeiten. Etliche Geldinstitute sind mit gebührenfreien Sondertilgungen bis zu 100 Prozent einverstanden.
Auch unsere Nachbarn aus der Schweiz gewähren interessante und konkurrenzfähige Fremdwährungsdarlehen. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass eventuelle Schwankungen in der Währung berücksichtigt werden und bei Erfordernis entsprechend nachgelegt werden kann, wenn sich die Währung erheblich verteuern sollte.
Wer sich nun dafür interessiert, sollte unbedingt Beratung durch kompetente Darlehensberater bzw. -vermittler suchen. Diese wissen genau, auf welche Details besonderes Augenmerk zu legen ist, damit man eine langfristig günstige Baufinanzierung erhält.
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